Sonntag, 5. April 2009

Ich Mensch und meine eigene kleine Geschichte

Was ist schon der Mensch? Und wer zur Hölle hat das zweite "sapiens" hinzugefügt?
Verloren und einsam, immer den eigenen Narzissmus fütternd. Seine Spuren im Netz hinterlassend, wie ich es gerade tue.

Wie traurig. Der Traum jemand besonderes zu sein. Wohl wahr, aber sicher nicht bedeutend.
Spuren hinterlassen, gehört werden, geliebt werden, leben. Unsterblich sein, gespeichert als Datenfluss. 1 und 0. Zufällig und ohne Ziel.

Welcher ist der Weg zum Glück? Gibt es dieses überhaupt? Was mache ich damit wenn ich es gefunden habe? Bin ich es wert? Mein Glück wäre verinnerlicht zu haben, dass ich nicht glücklich sein kann. Auf Dauer. Wohlan, ich bin es - für kurze Zeit nur - und fühl mich lebendig.
Teilzeitglücklich? Bei gleichem Lohn? Noch mehr Gedanken im Überfluss. Noch mehr Existenz auf dem Buckel anderer, weniger privilegierter...

Die ständige Angst um meine bekümmerliche Existenz frisst mich auf. Immer wieder, Kraft der Gene, Kraft der Erziehung, und ohne Ausweg. Entscheidungen bedürfen eines freien Willens. Den habe ich nicht. Ich bin Sklave meiner Gene und Erziehungsmuster. Nur Randnotizen schreibe ich im Buch meines kümmerlichen Lebens, ohne den Blick auf die große Geschichte verlierend. Das Ende kennt man schon, doch wohin die Wirrungen führen bleibt wohl spannend, nach allgemeinem Sprachgebrauch. Mühselig ist's, aufreibend im wahrsten Sinne.

Ermüdend.

Ablenkung, Alkohol, Pornographie, Einsamkeit. Der ewige Kreis meines Lebens, mal schneller drehend, mal langsamer. Ohne Zärtlichkeit. Ohne Liebe. Mit viel Wut und Misanthropie. Vielleicht weil ich nicht lebenswert bin, will ich die anderen nicht lieben. Wobei ich manchmal die Wunder sehe, die Schöpfung, das Schöne. Wie kleine Blitze.

Also wer zur Hölle hing das zweite "sapiens" dran? Wo wir doch alle so dumm sind und die Herrlichkeit die in uns inne wohnt nicht sehen und erklären können.

Wie mickrig. Und unbedeutend. Und hochmütig sind wir...

Ich wünsch' uns viel Glück.