Was ist schon der Mensch? Und wer zur Hölle hat das zweite "sapiens" hinzugefügt?
Verloren und einsam, immer den eigenen Narzissmus fütternd. Seine Spuren im Netz hinterlassend, wie ich es gerade tue.
Wie traurig. Der Traum jemand besonderes zu sein. Wohl wahr, aber sicher nicht bedeutend.
Spuren hinterlassen, gehört werden, geliebt werden, leben. Unsterblich sein, gespeichert als Datenfluss. 1 und 0. Zufällig und ohne Ziel.
Welcher ist der Weg zum Glück? Gibt es dieses überhaupt? Was mache ich damit wenn ich es gefunden habe? Bin ich es wert? Mein Glück wäre verinnerlicht zu haben, dass ich nicht glücklich sein kann. Auf Dauer. Wohlan, ich bin es - für kurze Zeit nur - und fühl mich lebendig.
Teilzeitglücklich? Bei gleichem Lohn? Noch mehr Gedanken im Überfluss. Noch mehr Existenz auf dem Buckel anderer, weniger privilegierter...
Die ständige Angst um meine bekümmerliche Existenz frisst mich auf. Immer wieder, Kraft der Gene, Kraft der Erziehung, und ohne Ausweg. Entscheidungen bedürfen eines freien Willens. Den habe ich nicht. Ich bin Sklave meiner Gene und Erziehungsmuster. Nur Randnotizen schreibe ich im Buch meines kümmerlichen Lebens, ohne den Blick auf die große Geschichte verlierend. Das Ende kennt man schon, doch wohin die Wirrungen führen bleibt wohl spannend, nach allgemeinem Sprachgebrauch. Mühselig ist's, aufreibend im wahrsten Sinne.
Ermüdend.
Ablenkung, Alkohol, Pornographie, Einsamkeit. Der ewige Kreis meines Lebens, mal schneller drehend, mal langsamer. Ohne Zärtlichkeit. Ohne Liebe. Mit viel Wut und Misanthropie. Vielleicht weil ich nicht lebenswert bin, will ich die anderen nicht lieben. Wobei ich manchmal die Wunder sehe, die Schöpfung, das Schöne. Wie kleine Blitze.
Also wer zur Hölle hing das zweite "sapiens" dran? Wo wir doch alle so dumm sind und die Herrlichkeit die in uns inne wohnt nicht sehen und erklären können.
Wie mickrig. Und unbedeutend. Und hochmütig sind wir...
Ich wünsch' uns viel Glück.
Sonntag, 5. April 2009
Dienstag, 17. Februar 2009
Satt und verfallen
Ich hab sie so satt.
Sie bewegen sich mit den immerselben Schritten zur immerselben Musik.
Ihre Gesten sind auswendig gelernt, manipuliert, und ich bin Teil davon,
und deswegen hasse ich sie immer noch mehr, weil ich Teil von ihnen bin.
Dieselbe Art die Brust rauszustrecken und den Macker zu spielen.
Dieselbe beschissene Art, den Kopf hin- und herzuwackeln, den Takt auf Perfektion folgend,
ohne Seele, ohne Individualität, der Tanz der Roboter.
Immer dieselbe Musik, seit mehr als 25 Jahren jetzt und ich bin müde.
Der Geist ist rastlos, aber er tritt auf meinem Laufband, in derselben Geschwindigkeit,
ermüdend, nicht vitalisierend.
Dieselbe Art sich betrunken zu verlieren. Neue Wimperntusche, wie neue Kleidung und neues verbessertes Waschmittel.
Lässig die verfickte Kippe in der Hand, ohne die geht eh nix. Der einzige Halt im Vertigo einer hohlen Gesellschaft.
Sexappeal wie bunt bedruckte T-Shirts. 1 Stunde vorm Spiegel bis ich endlich das Shirt gefunden habe, dass zu meinen Karovans passt. Volcom. Beschissen auch.
Und Du schaust mich an, hohl und verloren und treibst mir einen Schauder über den Rücken, denn Du erinnerst mich an mich, bist ein schwarzes Loch, saugst Materie, Gefühl und Freude ein und gibst nichts zurück.
Vor einer halben Stunde warst Du noch hübsch anzusehen, mit Deinem geflochtenen Haarkranz, ganz Mädchen, ganz Frau, so wie ich es mag. Hast gelacht und linkisch zu Deinem Angebeteten gelächelt, und er konnte nichts erwidern, wie hier niemand was erwidern kann.
Warst schön geschminkt, fein anzusehen und wurdest immer schwächer, kleiner, trauriger und besoffener. Dein schlichtes Kleid sog sich voll an Deiner Leere und Du verkümmertest.
Bis Deine Erscheinung so schwer war von Leere und Trauer und billigem Alkohol. Und Du gingst unter. Nicht schwerelos. Wie ein Kieselstein, der ins Wasser geworfen wird. Zwei- dreimal schaffst Du es, die Oberfläche zu streifen, springst wie leicht auf und ab und versinkst am Ende doch gnadenlos schnell in die Schwärze des Sees.
Jetzt heulst Du. Für alle hier wie es scheint. Ich kann nicht, ich hab genug damit zu tun mit Dir mitzuleiden und die Hinterlassenschaften Deinesgleichen wegzuräumen.
Du tust mir nicht mehr leid, es war zu offensichtlich wohin Dich dieser Abend treiben würde, aber mich schmerzt jede Menschenseele, die sich so wie Du zum Abgrund schleppt.
Du hast gute Freunde. Immerhin. Sie streicheln Dich, verhöhnen den Alkohol in Deinen Venen, aber Du spürst nichts mehr.
Du bist da angekommen, wo ich schon lange bin. Sei willkommen. Ich liebe Dich.
Donnerstag, 1. Januar 2009
Shirtmessages
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